Amphibienhochzeit am Haldenweiher Zofingen

9. März 2016

 

In den ersten milden und regnerischen Märznächten ziehen wieder viele Frösche, Kröten und Molche zu ihren Laichgewässern und treffen sich dort zu einer Massenhochzeit. Auf dem Weg dorthin überqueren sie Strassen und finden dort oft den Tod. Der Naturschutzverein Zofingen betreut seit 25 Jahren die Zugstelle an der Rebbergstrasse und rettete so seit 1992 über 13‘000 Tiere.

 


Grasfroschpaar am Haldenweiher

 

Die Lebensweise von Erdkröte und Grasfrosch

In den ersten Märztagen, wenn die Temperaturen nachts nicht mehr unter 5 Grad sinken, verlassen Erdkröte und Grasfrosch ihr Winterquartier, wo sie irgendwo im Boden vergraben und vor Frost geschützt die kalte Jahreszeit verbracht haben. Ohne Nahrung aufzunehmen ziehen sie nun Richtung Laichgewässer los. Dieses kann bis zu zwei Kilometer von ihrem Lebensraum entfernt liegen, und sie benötigen mehrere Tage für ihre Wanderung. Diese beginnt nach der Dämmerung, am liebsten bei mildem, regnerischem Wetter, wenn die Temperatur nicht unter fünf Grad sinkt. Trockene und kalte Witterung bringt den Laichzug zum Stillstand.

Erdkröte und Grasfrosch bleiben ihrem Laichplatz treu

Die Tiere kehren jedes Jahr zu ihrem Geburtsgewässer zurück. Damit sich die Tiere überhaupt finden, braucht es dreierlei: Eine innere Uhr weckt die Tiere im Februar aus ihrer Winterstarre. Temperaturen über fünf Grad und Regen bestimmen den Beginn der Wanderung. Die Laichgewässer müssen beständig sein und dürfen nicht austrocknen.

Die Hochzeit der Erdkröten und Grasfrösche

Die Erdkrötenhochzeit ist ein eindrückliches Naturschauspiel, das man in diesen Tagen am Haldenweiher, am Forsthausweiher und am Bärenmoosweiher in Zofingen beobachten kann: Hunderte von Erdkröten und Grasfröschen auf Liebespfaden! Da die Weibchen – im Gegensatz zu den Männchen – nicht jeden Frühling zum Weiher kommen, sind sie sehr begehrt. Kröten und Frösche sind deshalb Männer der Tat: Kaum zeigt sich ein Weibchen, wird es von den Draufgängern gepackt und drangsaliert. Oft kann man ganze Klumpen von Männchen beobachten, welche um ein einziges Weibchen kämpfen. In ruhigeren Momenten findet die Laichablage statt: Frösche legen Klumpen mit bis zu 2000 Eiern an flachen, sonnigen Uferstellen ab, Kröten wickeln bis zu zwei Meter lange Laichschnüre um Wasserpflanzen.

 

Erdkrötenpaar

Erdkrötenpaar am Haldenweiher

 

Kröten und Frösche sind eigentlich Landtiere

Nach wenigen Tagen verlassen die Tiere den Weiher wieder und wandern in ihr Sommerquartier zurück. Dieses liegt meistens im Wald, bei Grasfröschen oft auch in der Nähe von Gewässern. Im April schwimmen dann die Larven, Kaulquappen genannt in Massen in den Weihern, und im Juni verwandeln sie sich zu kleinen Fröschen und Kröten und verlassen ihrerseits den Weiher.

Amphibien sind geschützt, aber trotzdem gefährdet

In allen unseren Gewässern ist die Zahl der laichenden Tiere in den letzten 30 Jahren geringer geworden. Es gibt dafür verschiedene Erklärungen: Tod auf der Strasse; Pestizide, welche der empfindlichen Amphibienhaut schaden; mangelnde Lebensräume wegen intensiver Landwirtschaft und sterilen Gartenanlagen. Und neuerdings bedroht die Amphibien auch noch die Chytridpilz eine eingeschleppte Pilzerkrankung, welche vorwiegend Geburtshelferkröten und Feuersalamander befällt.

Hoffen wir, dass sich der Rückgang dieser interessanten Tiergruppen bremsen lässt.

Nachtexkursion Amphibienhochzeit

Mittwoch, 9. März 2016

Leitung: Hans Althaus

Treffpunkt: 19 Uhr Bezirksschule Zofingen, oberer Pausenplatz an der Rebbergstrasse.

Ende: ca. 21 Uhr bei der Bezirksschule