Dombes – Natur in einzigartiger Kulturlandschaft

Juni 2011

Unter Naturliebhabern geniesst die einige Kilometer südwestlich von Bourg-en-Bresse gelegene Region einen hervorragenden Ruf. Das Plateau der Dombes wird von zahlreichen Teichen geprägt. Diese für die Fischzucht genutzten Wasserflächen bilden auch einen hervorragenden Lebensraum für zahlreiche Vogelarten.

Die Dombes werden im Westen von der Saône, im Süden von der Rhône, im Osten von der Ain und im Norden von der Landschaft Bresse begrenzt. Die Region bildet ein hügeliges Plateau mit einer leichten Neigung Richtung Nordwesten, wobei die höchsten Stellen an Ain und Rhône eine Höhe von rund 300 m erreichen. 

Der oberflächennahe Untergrund der Dombes besteht aus eiszeitlichen Sedimentablagerungen, in der Hauptsache aus wasserundurchlässigem Geschiebelehm. Charakteristisch sind daher die zahlreichen Fischteiche (Étangs), die seit dem 15. Jahrhundert, in einigen Fällen aber auch schon früher, von den Grundbesitzern unter Ausnutzung der natürlichen Bodensenken angelegt wurden. Die Teichwirtschaft bot den Grundherren eine sichere Einnahmequelle. Sie führte aber durch Krankheiten wie z.B. Malaria, durch die Umsiedlung ganzer Dörfer und die Abnahme der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen zu einem Bevölkerungsrückgang. Auf Beschluss der Gesetzgebenden Nationalversammlung wurde daher Ende des 18. Jahrhunderts die Zahl der Teiche reduziert. Gleichzeitig wurde damit begonnen, die Region durch Strassen zu erschliessen. Heute gibt es in den Dombes rund 1000 Fischteiche, die eine Gesamtfläche von rund 100 km² bedecken; genaue statistische Angaben sind hierbei schwierig, da die Teiche regelmässig trockengelegt werden, um den Boden zu kultivieren; hierfür wird dann an anderer Stelle ein neuer Teich angelegt. Gezüchtet werden hauptsächlich Karpfen, Hechte und Schleien.

Landschaftliche Vielfalt und extensive Nutzung sind auch die besten Grundlagen für den Reichtum hier brütender Vogelarten. Zu den zahlreichen Entenarten, die ebenso wie Möwen, Graureiher, Aaskrähe und Fasan ganzjährig anzutreffen sind, gesellen sich im Frühling die Zugvögel. Hier brüten, unter vielen anderen auch Seidenreiher, Pirol und Kuckuck. Von besonderer Bedeutung sind die Dombes während des Durchzugs im Frühling und Herbst auch als Rast- und Futterplatz für die in Nordeuropa brütenden Zugvögel. Hierzu gehören, neben vielen Watvögeln, auch Schwarzstorch, Löffler und Fischadler.

Unter der fachkundigen Leitung von Bruno Siegrist, der diese Gegend bereits mehrmals besuchte, ist diese Exkursion sicher ein Höhepunkt des Programms 2011.

 

Hier ein kurzer Fotorückblick: Dombes