Grosse Artenvielfalt im Brunngraben

Samstag, 22. Mai 2010

 

Über 100 Personen nahmen am Tag der Artenvielfalt teil

 

Das Interesse für die Entdeckungsreise in die Natur war gross, über 100 Frauen, Männer und Jugendliche kamen. Am Tag zuvor nutzten sechs Zofinger Schulklassen der Mittelstufe die Gelegenheit, Flora und Fauna im Brunngraben zu erkunden. «Der Stadtrat hat die Wichtigkeit der Erhaltung der Artenvielfalt schon lange erkannt», sagt Stadträtin Käthi Hagmann. Sie sprach die Reuten mit ihren 220 Obstsorten an. Für das 2007 geschaffene Naturnetz seien fünf weitere Orientierungstafeln geschaffen worden, die nun demnächst platziert würden. Auch ein neuer Natur-Führer sei in Arbeit. «Vor allem ist es wichtig, dass die Bevölkerung für den Schutz der Natur sensibilisiert wird», erklärte die Stadträtin weiter.

 

Vier wählbare Führungen

 

Das Angebot, das sich über den ganzen Tag erstreckte, war gross. Die Teilnehmer konnten unter vier Führungen im Brunngraben auswählen. Mit Fachkundigen ging es auf Entdeckungsreise in die faszinierende Artenvielfalt der Vögel, Moose und Farne, der Schnecken und anderer Bodentiere sowie der Gehölz- und Blütenpflanzen. Unter schützendem Zeltdach beim Waldeingang wurde auf Tafeln die Biodiversität erläutert. Eine Fotogalerie zeigte einen Ausschnitt der Arten im Siedlungsraum.

Auch eine Schau von Amphibien wie Geburtshelferkröte, Kreuzkröte, Wasserfrosch, Grasfrosch, Erdkröte, Bergmolch und Fadenmolch und anderen wurde präsentiert, ebenso eine Auswahl der im Brunngraben vorkommenden Moosarten. In die Kinderstuben geschaut Die grösste Gruppe stellten die Interessierten für die Vogelwelt im Brunngraben.

In zwei Gruppen führten Thomas Tröndle und Christoph Vogel, beide vom Naturschutzverein, durch den Wald. Dabei hatten die Teilnehmer Gelegenheit, in einige Kinderstuben der Vogelwelt zu schauen. Im Nest einer Blaumeise stiessen sie auf acht Eier. Man sah an einem morschen Baumstrunk Spuren des Schwarzspechtes. Bei einem Trauerschnepper stiess man auf ein leeres Nest. «Der Vogel muss offenbar beim Nestbau gestört worden sein», sagte Christoph Vogel. Auch Buchfinken, der häufigste Vogel in der Schweiz, haben im Brunngraben eine starke Population. Man konnte Kohlmeisen beim Füttern zuschauen, sah den Eichelhäher und sogar einen Mäusebussard. Beim Nistkasten eines Kleibers (Spechtmeise) wurde der Einschlupf auf die notwendige Grösse zugemauert. Da hat ein grösserer Vogel keine Chance, in den Kasten einzudringen. Doch vergeblich warteten die Teilnehmer auf den Ruf des Kuckucks. Das Goldene

 

Mit Christoph Vogel gings auf Entdeckungsreise zu den Farnen. Neun Farnarten und ein Schachtelhalm wurden entdeckt. Doch die Farne haben mit der Sporenbildung noch nicht begonnen. Hans Althaus führte seine Gruppe zu den Moosen, die im Brunngraben sehr artenreich vorkommen. Auf über 20 Moosarten sind sie gestossen, wobei das Zypressen-Schlafmoos und das Goldene Frauenhaar recht häufig vorkommen.

 

Umweltfachmann Hansruedi Kunz führte in die Welt der Schnecken und von anderen Bodentieren. Letztere sind für die Humusbildung besonders wichtig. Die Gruppe hatte die Möglichkeit, selber nach Bodenlebewesen zu suchen. Fündig wurden sie bei Schnecken, Käfern, Fadenwürmern, Hundertfüsslern, Regenwürmern und Springschwänzen. Die beiden letzten Führungen galten den Gehölz- und Blütenpflanzen mit Regula Siegwart (Gehölze) und Hans Althaus (Blütenpflanzen). Auch da konnten die Teilnehmer selber aktiv Pflanzen sammeln.

 

Text: Herbert Siegrist / Zofinger Tagblatt
Fotos: NV Zofingen

 

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