Demonstration am 1. Mai – die Singvögel pfeifen uns etwas vor

Sonntag, 1. Mai 2011

07.00 Uhr, Parkplatz «Heitern»

Den Frühling spüren
Wer mit wachen Sinnen durch den Alltag streift, merkt auch ohne Blick auf den Kalender, dass es mit dem Jahr vorwärts geht: milde Temperaturen, spriessendes Grün, zunehmende Hellphase. Dem aufmerksamen Naturbeobachter zeigen auch leisere Phänomene, dass die Natur erwacht ist. Ein versierter Ornithologe kann allein anhand des Vogelgesangs erkennen, in welcher Jahreszeit und in welchem Lebensraum er gerade steht. Denn jede Art wartet auf ihren arttypischen Gesangseinsatz. Erste Vorboten auf die warme Jahreszeit sind Meisen und die Amsel, die bereits an warmen Februartagen zaghaften Gesang verbreiten. Im Verlaufe des Frühjahrs singen immer mehr Vogelarten bis das gefiederte Orchester im Mai dann in den Morgenstunden ein Tutti spielt.

Vögel singen nicht aus lauter Freude
Wir Menschen verbinden das Vogelgezwitscher mit Lebensfreude und Frühlingsgefühlen. Für die Vögel bedeuten Gesänge und Rufe aber viel mehr: Es sind wichtige Mitteilungen welche das Zusammenleben zwischen Individuen der gleichen Art regeln. Jede Vogelart trägt einen Gesang vor, der sich deutlich vom Gesang anderer Arten abhebt. Fast immer steht der Vogelgesang mit der Fortpflanzung in Zusammenhang und ist vor allem im Frühling zu hören. Er dient in erster Linie dazu, ein Brutrevier zu markieren und ein Weibchen anzulocken. Bei vielen Zugvögeln treffen zuerst die Männchen ein. Sie suchen ein Revier und locken dann laut singend die später ankommenden Weibchen an. Der Gesang wird unterstützt durch Zeigen auffälliger Gefiederteile, Drohgebärden oder Flugspiele. Die gegenüber artgleichen Männchen verteidigte Fläche muss alle Requisiten enthalten, die eine erfolgreiche Jungenaufzucht ermöglichen: Unterschlüpfe, Nistplätze, Nistmaterial, Nahrung für die Jungen und Wasser.