Das Neeracherried - eine Naturoase

Donnerstag, 17. Mai 2012

Das Neeracherried ist mit 105 Hektaren Fläche eines der letzten grossen Flachmoore der Schweiz. Von einer intensiv genutzten Landschaft umgeben, bietet es Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten.

 

 

Für seltene Brutvögel wie Kiebitz, Zwergdommel und Tüpfelsumpfhuhn ist das Neeracherried ein bedeutendes Brutgebiet. Auf Inseln im Flachteich nisten Lachmöwen, versteckt im Röhricht Teichrohrsänger, Rohrammer und Rohrschwirl. Obwohl er regelmässig im Gebiet brütet, ist der Eisvogel vor allem nach der Brutzeit ab August zu sehen. Für Zugvögel ist das Ried ein wichtiger Rastplatz, wo sie sich in Ruhe das nötige Fettpolster für den Weiterflug anlegen können. Im Frühling, Spätsommer und Herbst rasten in den Riedwiesen und am Flachteich Wasservögel wie Krickente und Löffelente, Grünschenkel, Dunkler Wasserläufer oder Silberreiher.

Libellen finden im Ried gute Bedingungen. Hier leben auch der rare Teichmolch oder eine der wenigen Schweizer Populationen des Bitterlings – eines Fisches, der seinen Laich in die Kiemen der Teichmuschel ablegt. Über 500 Pflanzenarten sind im Gebiet nachgewiesen. Hervorzuheben sind Vorkommen von Rundblättrigem Sonnentau, Kalmus, Sibirischer Schwertlilie und Orchideen wie Weisser Sumpfwurz und Kleiner Orchis. Entlang des Stegs gut zu sehen sind Gelbe Schwertlilie, Beinwell und Blutweiderich.

Doch das Neeracherried ist nur ein Rest einer Moorlandschaft, die noch vor 150 Jahren die ganze Ebene umfasste – und die grosse Biodiversität ist unter Druck. An einigen Orten fehlen ausreichende Pufferzonen. Aufschüttungen und Strassen bleiben Probleme, für die Lösungen gesucht werden müssen.

 

Natur hautnah erleben im Naturschutzzenturm

Das SVS-Naturschutzzentrum Neeracherried ist optimal eingerichtet, um den Lebensraum Ried von allen Seiten zu entdecken und erkunden.

Fotorückblick

Hier ein Fotorückblick der Auffahrtsexkursion ins Neeracherried